Aktuelle Konzepte des Faceliftings

    Es gibt verschiedene Methoden des Faceliftings, um die erschlafften Gesichtspartien langfristig zu straffen. Das klassische Facelifting lässt sich in die Behandlung verschiedener Schichten unterteilen, doch der heutige Trend geht hin zu minimalinvasiven Methoden mit kurzer Genesungszeit und geringem Operationsrisiko. Postoperative Komplikationen sind selten, aber klinisch relevant.

    100 Jahre Tradition

    Facelifting (Synonym „Gesichtsstraffung” oder „Rhytidektomie”) bedeutet die chirurgische Entfernung von Gesichtsfalten und die Straffung der Haut, um ein jüngeres Aussehen zu erzielen. Die Facelifting-Chirurgie blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück, hat aber in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen.

    Neben der Faltenbildung sollten auch Hautunregelmäßigkeiten wie Pigmentflecken, Volumenverlust und sonnengeschädigte Haut berücksichtigt werden. Die weitere Analyse umfasst den Hauttyp und die Hautdicke des Patienten.

    Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Techniken, Indikationen, Vor- und Nachteile der Facelift-Operation, Modifikationen durch kombinierte Methoden und mögliche Komplikationen.

    Grundprinzipien des Facelifts

    Bereits 1900 stellte Hollander die Grundprinzipien des Facelifts vor, bei dem überschüssige Haut entlang der Haarlinie entfernt wird. Im Jahr 1920 entwickelten Chirurgen die Technik der subkutanen Mobilisierung der Haut. Die Methode verbesserte die Hauterschlaffung, berücksichtigte jedoch nicht die darunter liegende Ptosis. Skoog gelang 1974 ein Durchbruch, indem er die Haut zusammen mit dem darunter liegenden Platysma am Hals als sogenannten „Composite-Lappen” straffte.

    Im Jahr 1976 wurde das sogenannte „superficial musculoaponeurotic system” (SMAS) von Mitz und Peyronie beschrieben. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren beschrieb Hamra das Deep-Layer-Facelifting oder „Composite”-Facelifting zusammen mit SMAS zur Verbesserung der periorbitalen und nasolabialen Regionen. Ramirez beschrieb 1992 die subperiostale Technik für den Wangenbereich, die Stirn, den lateralen Augenwinkel und die Augenbrauen.

    Es gab mehrere Vergleiche zwischen den verschiedenen Techniken, die im Folgenden beschrieben werden. Die invasiveren Methoden zeigten tendenziell bessere Langzeitergebnisse. In letzter Zeit tendieren die Techniken jedoch zu weniger komplexen Operationen mit geringer Ausfallzeit für die Patienten.

    Patientenauswahl und präoperative Vorbereitung

    Die Patientenauswahl und -bewertung sind entscheidend für den weiteren Behandlungsplan. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, keine SIMON-Patienten („Single, immature, male, overly expectant, narcissistic“) zu behandeln.

    Die Operation und die damit verbundenen Risiken sowie die möglichen Erfolgsaussichten müssen dem Patienten klar dargelegt werden. Bestimmte Medikamente wie Isotretinoin oder Vitamin E müssen zwei Wochen vor der Operation abgesetzt werden. Darüber hinaus muss der Patient zwei Monate vor und nach der Operation auf Nikotin verzichten.

    Facelift-Techniken

    Das subkutane Facelifting

    Gemäß dem ursprünglichen Konzept des Faceliftings erfolgt die Vorbereitung im subkutanen Fettgewebe. Diese Technik umfasst lediglich eine Hautresektion und ist seit langem beliebt. Ein subkutanes Facelifting kann ideal sein, wenn überschüssige Haut das Hauptproblem darstellt oder wenn zuvor bereits ein Facelifting mit SMAS-Plikation durchgeführt wurde.

    Die Ergebnisse dieser Technik sind jedoch nur von begrenzter Dauer, insbesondere da tiefere, hängende Strukturen wie das SMAS nicht behandelt werden. Darüber hinaus besteht bei einer umfangreichen subkutanen Mobilisierung das Risiko einer Lappenischämie, insbesondere bei Rauchern. Das Verfahren ist jedoch ideal für Anfänger und sehr sicher, da die darunter liegenden Strukturen und Gesichtsnerven geschont werden. Außerdem ist die Genesungszeit sehr kurz.

    Die SMAS-Plikation

    Die SMAS-Plikationstechnik behandelt in erster Linie die tiefer liegenden, hängenden Strukturen. Die Präparationstechnik erfolgt oberhalb des SMAS. Nachdem das SMAS freigelegt wurde, wird der mobile Teil des SMAS mit mehreren Nähten am hinteren, unbeweglichen Teil des SMAS fixiert. Das überschüssige SMAS kann anschließend entfernt werden. Der Eingriff ist relativ einfach durchzuführen und birgt nur ein geringes Risiko für den Patienten. Die Operations- und Erholungszeit ist kurz.

    Minimal Access Cranial Suspension (MACS)-Lifting

    Im Vergleich zum traditionellen Facelifting strafft das MACS-Lifting die Haut vertikal, um „Hundeohren“ zu vermeiden. MACS-Verfahren lassen sich in eine einfache und eine erweiterte Version unterteilen. Bei der einfachen Version werden zwei Tabakbeutel-Nähte verwendet, um die Bereiche des Halses und der unteren Gesichtshälfte zu behandeln. Beim erweiterten MACS-Lifting wird eine dritte Tabakbeutelnaht in den Schläfenhaaransatz gesetzt, um das Jochbeinfettpolster zu fixieren und die Mitte des Gesichts und die Augenpartie zu straffen.

    Die Dissektionstechnik erfolgt oberhalb des SMAS und wird bis zwei Fingerbreit unterhalb des Unterkiefers fortgesetzt. Die überschüssige Haut wird vertikal entfernt. Zu den Vorteilen gehören eine kleine Schnittlinie, eine minimale subkutane Unterminierung und ein geringes Risiko einer Verletzung des Gesichtsnervs. Die Genesungszeit und die Ergebnisse werden als gut beschrieben. Diese Technik eignet sich weniger für ein gleichzeitiges Halslifting, Hautunregelmäßigkeiten sind aufgrund der Tabakbeutel-Nähte möglich, und die Langzeitergebnisse können durch den sogenannten „Cheese-Wiring”-Effekt negativ beeinflusst werden.

    Deep Plane Facelift (DPFL)

    Das sogenannte „Deep Plane Facelift“ wurde speziell zur Behandlung des Mittelgesichts und der Nasolabialfalte beschrieben. Diese Technik wurde erstmals von Hamra beschrieben. Grundsätzlich erfolgt die Präparation unterhalb des SMAS, wobei der Orbicularis-oris-Muskel und der Musculus zygomaticus major und minor als Referenzpunkte dienen.

    Das Ligamentum zygomaticum wird durchtrennt. Diese Technik eignet sich besonders für ältere Patienten mit Veränderungen im Mittelgesicht und in der Nasolabialfalte. Die Ergebnisse sind länger anhaltend als bei Präparationstechniken oberhalb des SMAS. Allerdings besteht ein potenzielles Risiko für Nervenverletzungen.

    Erweiterte SMAS-Facelifting

    Die Sub-SMAS-Präparationstechnik ist das Grundprinzip für eine lang anhaltende Straffung der darüber liegenden Hautstrukturen. Die Technik wurde erstmals 1995 von Stuzin beschrieben. Das Grundprinzip besteht in der getrennten Präparation der Haut und des SMAS-Lappens. Der SMAS-Lappen hat einen anderen Vektor als der Hautlappen. Die Zugrichtung ist vertikaler als beim Hautlappen.

    Ein Teil des SMAS-Lappens kann auch retroaurikulär transponiert werden, um den Hals- und Wangenbereich zu straffen. Diese Technik ist effizient und der Effekt ist langanhaltend, da sowohl das Malar-Fettpolster als auch die Gesichtsbänder separat behandelt werden können. Ein Nachteil ist die lange Operationsdauer, die Technik hat eine flache Lernkurve und es besteht ein potenzielles Risiko für Nervenverletzungen. Bei einer umfangreichen Hautmobilisierung besteht außerdem das Risiko einer Lappennekrose.

    Laterale SMAS-Ektomie

    Die laterale SMAS-Ektomie wurde 1997 von Daniel Baker populär gemacht. Bei dieser sehr sicheren Technik wird nur der laterale Teil des SMAS zwischen dem mobilen und dem immobilen SMAS reseziert. Das SMAS wird superoposterior zum immobilen SMAS fixiert, und der Vektor verläuft in der Regel senkrecht zur Nasolabialfalte, kann jedoch je nach Gesichtsform variieren.

    Diese Technik ist einfacher als DPFL- oder Composite-Facelifts, und die Ergebnisse sind sehr gut vorhersagbar. Allerdings können die Gesichtsbänder nicht behandelt werden, und die Operationszeit ist etwas länger als beim MACS-Lifting. Mehrere prospektiv durchgeführte Studien konnten nach 6 und 12 Monaten keinen Unterschied zwischen der lateralen SMAS-Ektomie und dem konventionellen SMAS-Facelift nachweisen.

    Subperiostale Facelifting

    Das subperiostale Facelifting wurde erstmals von Paul Tessier beschrieben. Der endoskopische Zugang erfolgt intraoral und temporal. Nach der subperiostalen Ablösung wird die Mittelscheidewand an der tiefen Faszie des Musculus temporalis fixiert. Es wird angenommen, dass dieser Zugang das Risiko einer Nervenverletzung minimiert.

    Die Technik ist minimalinvasiver als herkömmliche Techniken, und das malare und bukkale Fettgewebe kann ebenfalls behandelt werden. Die Ergebnisse sind langanhaltend und die Durchblutung des Lappens ist unproblematisch. Die Technik ist insbesondere für Raucher von Vorteil. Nachteile dieser Operation sind die längere Operationsdauer und die längere Genesungszeit.

    Komplikationen beim Facelifting

    Mögliche Komplikationen sind postoperative Blutungen, wobei der Blutdruck in der postoperativen Phase im Normbereich bleiben sollte. Weitere mögliche Komplikationen sind Narbenhypertrophie, Hautnekrose, Nervenverletzungen (Cavus-auricularis-Nerv), temporale Alopezie, Serom, Wunddehiszenz, Konturunregelmäßigkeiten und Infektionen.

    Die Komplikationsrate beträgt 1–15 % für Hämatombildung, 0,05–0,18 % für Infektionen, 0,07–2,5 % für Nervenverletzungen, 1–1,85 % für Hautdurchblutungsstörungen und 0,1 % für Venenthrombosen.19-21. Bei einem erhöhten BMI über 25 kg/m² wird ebenfalls eine erhöhte Komplikationsrate von 9,5 % beschrieben (gegenüber 4,7 % bei normalgewichtigen Patienten).

    Die häufigste mögliche Komplikation eines Facelifts ist eine postoperative Blutung. Die wichtigsten Risikofaktoren sind männliches Geschlecht, Bluthochdruck, präoperative Einnahme von Blutverdünnern, Nikotinmissbrauch, erhöhter BMI, präoperative und postoperative Blutdruckspitzen, Übelkeit und Erbrechen. Hämatome können Durchblutungsstörungen, Schwellungen sowie Hyperpigmentierungen verursachen.

    Kombinierte Behandlungen für das Facelifting

    In den letzten Jahren sind mehrere nicht-invasive Gesichtsbehandlungen immer beliebter geworden, die zusätzlich zu einem Facelifting und gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden können.

    Mögliche Behandlungsmethoden sind Radiofrequenzbehandlungen und Ultraschalltherapie, Fettabsaugung, lipolytische Injektionen, fraktionierte Laserbehandlungen, „plättchenreiches Plasma”-Injektionen und chemische Peelings. Neuromodulatoren oder verschiedene Arten von Füllstoffen (z. B. autologe Fetttransplantation, „Lift-and-Fill-Facelifting”) sind ideale ergänzende Methoden.

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