Hängebrüste behandeln: Was hilft wirklich

Frau hält sich die Brust, symbolisiert Hängebrüste

    Erschlaffte Brüste gehören zu den natürlichsten Veränderungen des weiblichen Körpers und sind deutlich häufiger als der oft als „ideal» dargestellte, straffe Busen. Wie stark sich das auf das eigene Wohlbefinden auswirkt, ist dabei von Frau zu Frau ganz unterschiedlich: Für manche ist es rein kosmetisch nebensächlich, für andere ein Thema, das sie gerne angehen möchten.

    Wer sich für eine Straffung von Hängebrüsten interessiert, hat heute mehrere Möglichkeiten, von nicht-invasiven Verfahren bis zur klassischen operativen Bruststraffung. Welche Methode infrage kommt, hängt vor allem vom individuellen Grad der Erschlaffung sowie den persönlichen Zielen und Erwartungen ab.

    Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

    • Erschlaffung der Brust ist eine natürliche, weit verbreitete Veränderung
    • Häufigste Ursachen: Schwangerschaft/Stillzeit, Alterung, Gewichtsveränderungen, genetische Veranlagung
    • Der Grad der Erschlaffung wird häufig anhand medizinischer Klassifikationen (z. B. Regnault-Skala) eingeteilt
    • Behandlungsoptionen reichen von nicht-chirurgischen Verfahren (z. B. Radiofrequenz, Ultraschall) bis zur operativen Bruststraffung (Mastopexie)
    • Die passende Methode hängt vom individuellen Ausgangsbefund und den persönlichen Wünschen ab, nicht von einem allgemeingültigen «Idealbild»

    Definition und Ausprägungen von Hängebrüsten

    Ein leicht hängender Busen ist natürlich. Wenn sich jedoch das Brustgewebe einschliesslich des Vorhof-Nippel-Komplexes zunehmend in Richtung Nabel verschiebt, wird eine so genannte Hängebrust (Mastoptose) diagnostiziert. Je nachdem, wie stark die hängenden Brüste abgesunken sind, gibt es vier Schweregrade.

    Keine schlaffe Brust (Grad 0):

    Die Brust hat eine straffe Form, die Brustwarze liegt oberhalb der Unterbrustfalte. Die Brustwarzen können auch leicht nach oben zeigen.

    Leicht hängende Brust (Grad 1):

    In diesem Fall befindet sich die Mitte der Brustwarze etwas unterhalb oder auf gleicher Höhe wie die Falte unter der Brust. Dies ist die häufigste Form von Hängebrüsten.

    Ein Brustimplantat kann helfen, die Brust zu heben. Optional kann die leichte Erschlaffung der Brust mit der Dual Plane-Technik korrigiert werden.

    Mässig hängende Brust (Grad 2):

    Bei einer mässig hängenden Brust befindet sich die Mitte der Brustwarze etwa 1 bis 3 cm unterhalb der Unterbrustfalte. Bei einer grösseren Oberweite können die Brustwarzen nach unten zeigen. Die Erschlaffung der Brust kann mit einer Dual Plane Technik Grad 2-3 korrigiert werden. Alternativ kann auch eine externe Bruststraffung um den Vorhof (Benelli-Methode) durchgeführt werden.

    Stark hängende Brust (Grad 3):

    Bei der ausgeprägtesten Form von Hängebrüsten liegt die Mitte der Brustwarze mehr als 3 cm unterhalb der Falte unter der Brust. Nun können auch bei kleinen Brüsten die Brustwarzen nach unten zeigen. Hier ist zur Behandlung oft ein vertikaler Schnitt mit möglicher Erweiterung in die Unterbrustfalte (Lejour-Technik oder Ankerschnitt-Technik nach Strömbeck) erforderlich.

    Ursachen: Entwicklung von Hängebrüsten

    Es ist ganz normal, dass die weibliche Brust im Laufe des Lebens nicht immer die gleiche Form und Grösse hat. Hängende Brüste können bei jungen Frauen schon in der Pubertät auftreten. Weitaus häufiger sind eine Schwangerschaft oder starke Gewichtsschwankungen die Ursache für hängende Brüste. Auch genetische Veranlagungen und der Alterungsprozess beeinflussen die Festigkeit der Brüste.

    Hängende Brüste nach Schwangerschaft und Stillzeit

    Während der Schwangerschaft wird der weibliche Körper zunehmend auf das Ereignis der Geburt und die anschliessende Stillzeit vorbereitet. Verantwortlich dafür sind die Hormone Östrogen, Progesteron und Oxytocin.

    Bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft vergrössern sich die Brüste und können so stark wachsen, dass sie schliesslich bis zu drei Körbchengrössen zunehmen. Die Brüste vergrössern sich erneut, wenn ein paar Tage nach der Geburt die Milch eintritt. Sobald das Baby nicht mehr gestillt wird und die Milchproduktion eingestellt ist, beginnt ein Rückgang des Volumens. Das grössere Drüsengewebe der Brust wird von diesem Zeitpunkt an nicht mehr benötigt. Da die Brust viel an Volumen verliert, erschlafft das Bindegewebe. Dies kann zu hängenden Brüsten führen.

    Hängende Brüste im fortgeschrittenen Alter

    Mit zunehmendem Alter verändert sich die Zusammensetzung des Bindegewebes: Die körpereigene Produktion von Elastin und Kollagen, den Fasern, die der Haut und dem Brustgewebe Spannkraft und Halt geben, nimmt spürbar ab. Gleichzeitig sinkt mit den Wechseljahren der Östrogenspiegel, was diesen Prozess zusätzlich beschleunigen kann, da Östrogen an der Regulation der Kollagen- und Elastinbildung beteiligt ist.

    Hinzu kommt, dass sich in dieser Lebensphase häufig vermehrt Fettgewebe in der Brust einlagert, wodurch das Brustvolumen zunehmen kann. Da das stützende Bindegewebe zu diesem Zeitpunkt bereits an Elastizität verloren hat, kann es dem zusätzlichen Gewicht weniger entgegensetzen, die Brust sackt dadurch tendenziell stärker ab.

    Erschlaffte Brüste nach einer Gewichtsabnahme

    Hängende Brüste können bei starken Gewichtsschwankungen oder nach Gewichtsverlust auftreten. Wenn die Brüste über Jahre hinweg an ein erhöhtes Körpergewicht gewöhnt waren, wird die Haut entsprechend gedehnt und erschlafft.

    Wenn die Brüste schlanker werden, können sich die Haut und das Bindegewebe möglicherweise nicht ausreichend zurückbilden. Die Elastizität der Haut ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Nach einer Gewichtsabnahme bleibt dadurch überschüssige Haut zurück und die Brustwarzen werden nach unten gezogen.

    Methoden zur Behandlung von Hängebrüsten

    Das Aussehen der Brust kann das psychische und physische Wohlbefinden beeinflussen. Hängende Brüste und schwaches Bindegewebe sind daher für die Betroffenen oft äusserst belastend.

    Wer Hängebrüste behandeln lassen möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Methoden.

    Bruststraffung bei Hängebrüsten

    Bei einer stärker ausgeprägten Erschlaffung der Brust stösst eine nicht-invasive Behandlung häufig an ihre Grenzen. In diesen Fällen kann eine operative Bruststraffung (Mastopexie) das Mittel der Wahl sein, um die Brust wieder anzuheben und zu formen.

    Eine Bruststraffung wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Ausmass der Erschlaffung und gewählter Technik etwa 1,5 bis 3 Stunden. Bei Bedarf kann der Eingriff mit dem Einsetzen von Implantaten kombiniert werden, was die Operationszeit entsprechend verlängert.

    Ob eine Bruststraffung sinnvoll ist, hängt jedoch nicht allein vom sichtbaren Befund ab, sondern vor allem davon, wie die betroffene Frau selbst damit umgeht. Fühlen sich Frauen durch ihre Brustform körperlich eingeschränkt, etwa durch Rücken- oder Nackenschmerzen, oder belastet die Situation sie psychisch, kann eine Beratung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Plastische Chirurgie ein guter erster Schritt sein.

    Im Rahmen einer solchen Konsultation, bei PD Dr. med. Mathias Tremp, werden der individuelle Ausgangsbefund sowie die persönlichen Wünsche und Erwartungen besprochen, um gemeinsam die passende Behandlungsoption zu finden. Alles in vertrauensvoller Atmosphäre, in der genügend Raum für alle Fragen und Anliegen bleibt.

    Kosten für eine Bruststraffung: Ab 10.000.- CHF

    Entstehen sichtbare Narben bei einer Bruststraffung?

    Je nach Ausmass der erschlafften Brust wird der Schnitt bei einer Bruststraffung um den Warzenhof herum oder senkrecht darunter gesetzt. In der Regel wird auch der Warzenhof leicht verkleinert. In Ausnahmen ist bei der Bruststraffung ein weiterer Schnitt entlang der natürlichen Brustfalte notwendig. Die Narben verblassen nach ein paar Monaten und führen nur selten zu einer übermässigen Narbenbildung. Dies kann mit Kortisoninjektionen oder Silikonstreifen behoben werden.

    Was sollte ich bei der Nachbehandlung nach einer Bruststraffung beachten?

    Sie erhalten von uns einen stützenden Sport-BH, den Sie für etwa 4 Wochen tragen sollten. Leichte sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder Wandern können Sie nach 2 Wochen wieder aufnehmen. Nach 4 Wochen sind die Wunden in der Regel weitgehend verheilt, so dass Sie Ihre regulären sportlichen Aktivitäten weiter aufnehmen können. Sobald die Wunden abgeheilt sind, können Sie wieder schwimmen gehen und wir empfehlen eine regelmässige Narbenmassage.

    Brustvergrösserung bei hängender Brust

    Die Brustvergrösserung ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe in der Plastischen Chirurgie weltweit. Leicht erschlaffte Brüste können durch das Einsetzen von Implantaten aus Silikon gestrafft werden.

    Die Brustvergrösserung findet unter Vollnarkose statt und dauert 1 bis maximal 2 Stunden. Vor dem chirurgischen Eingriff wird die Patientin in einem Beratungsgespräch aufgeklärt. Während der Konsultation werden die Methoden und möglichen Risiken im Detail erklärt.

    Nach einer eingehenden Untersuchung werden die Implantatgrösse und -form sowie die Schnitttechnik und die Platzierung gemeinsam ausgewählt.

    Durch die Entfernung der überschüssigen Haut im unteren Bereich wird die weibliche Brust gestrafft und wieder in die richtige Position gebracht. Im Gegensatz zur Brustverkleinerung wird bei der Bruststraffung kein Brustdrüsengewebe entfernt.

    Kosten für eine Brustvergrösserung: Ab 8.900.- CHF

    Apparative Verfahren: Radiofrequenz- und Ultraschallbehandlungen


    Bei leichter bis mässiger Erschlaffung kommen auch apparative Verfahren wie Radiofrequenz- oder Ultraschallbehandlungen zum Einsatz. Dabei wird gezielt Wärme in tiefere Hautschichten eingebracht, was die Kollagenneubildung anregen und das Bindegewebe optisch straffen kann. Die Behandlungen erfolgen meist ambulant, ohne Ausfallzeit, und benötigen in der Regel mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen, um ein sichtbares Ergebnis zu erzielen.

    Der Effekt ist dabei deutlich dezenter als bei einer operativen Straffung und eignet sich vor allem zur Unterstützung bei geringer Erschlaffung oder als vorbereitende bzw. nachsorgende Massnahme.

    Nicht-operative Alternativen und unterstützende Massnahmen

    Bei leichten Hängebrüsten lässt sich das Erscheinungsbild der Brust auf natürliche Weise sanft unterstützen. Die folgenden Ansätze können dazu beitragen, das Bindegewebe zu kräftigen und die Hautelastizität zu fördern. Bei bereits fortgeschrittenem Elastizitätsverlust stossen sie jedoch an ihre Grenzen und ersetzen keine medizinische Behandlung oder Bruststraffung.

    • Hautpflege für mehr Elastizität bei Hängebrüsten
      Regelmässig eingecremte Haut kann Feuchtigkeit besser speichern und bleibt dadurch geschmeidiger. Produkte mit Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure oder Panthenol unterstützen die Haut von aussen, während Wechselduschen im Bereich des Dekolletés die Durchblutung anregen und so das Bindegewebe zusätzlich kräftigen können. Auch sanftes Bürsten der Haut, etwa im Rahmen einer Trockenbürstenmassage, lässt sich als unterstützende Massnahme empfehlen, da sie den Lymphfluss anregt.
    • Gezieltes Training der Brustmuskulatur
      Auch wenn Sport das Brustgewebe selbst nicht straffen kann, lässt sich die darunterliegende Muskulatur gezielt kräftigen. Ein kräftiger Brustmuskel gibt der Brust optisch mehr Halt und kann so zu einem strafferen Gesamtbild beitragen. Bewährte Übungen sind zum Beispiel Liegestütze, Brustpressen oder Butterfly-Übungen an Geräten, idealerweise zwei- bis dreimal pro Woche.
    • Ein gesunder Lebensstil als Basis
      Abseits von Pflege oder Training spielt der allgemeine Lebensstil eine Rolle für die Elastizität von Haut und Bindegewebe. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr sowie der Verzicht auf Nikotin unterstützen die Hautstruktur nachhaltig, da Rauchen nachweislich die Kollagen- und Elastinbildung beeinträchtigt. Zusätzlich kann ein gut sitzender, stützender BH, insbesondere beim Sport, dazu beitragen, das Brustgewebe im Alltag zu entlasten.

    Fazit: Hängebrüste behandeln

    Hängebrüste sind eine natürliche Begleiterscheinung des Lebens, sei es durch Schwangerschaft, Alterung, Gewichtsveränderungen oder genetische Veranlagung, und keine Frau muss sich dafür rechtfertigen oder ein bestimmtes Idealbild erfüllen. Ob und wie sie behandelt werden, ist eine ganz persönliche Entscheidung, die jede Frau für sich treffen darf.

    Bei leichter Erschlaffung können unterstützende Massnahmen wie die richtige Hautpflege, gezieltes Training oder ein gesunder Lebensstil das Erscheinungsbild sanft verbessern. Bei stärker ausgeprägten Hängebrüsten stossen diese Ansätze jedoch an ihre Grenzen, hier bietet die Bruststraffung (Mastopexie) die zuverlässigste und wirkungsvollste Möglichkeit, die Brust dauerhaft anzuheben, zu formen und neu zu straffen, bei Bedarf in Kombination mit einer Brustvergrösserung für zusätzliches Volumen.

    Welcher Weg der richtige ist, hängt vom individuellen Ausgangsbefund und den persönlichen Wünschen ab und lässt sich am besten im persönlichen Gespräch klären. PD Dr. med. Mathias Tremp nimmt sich dafür die nötige Zeit: In einer einfühlsamen und vertrauensvollen Atmosphäre werden alle Fragen ausführlich besprochen, sodass jede Patientin gut informiert und mit einem sicheren Gefühl die für sie passende Entscheidung treffen kann.

    Haben Sie noch Fragen? Vereinbaren Sie einen Beratungstermin

    Wenn Sie Fragen zu plastischen und ästhetischen Gesichtsbehandlungen haben, würden wir uns freuen, Sie zu einem unverbindlichen Beratungsgespräch begrüßen zu dürfen.

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